06.08.2020-21:30
Ankommen einer neuen Stute nach totalem Nervenversagen mit Amystia
Ehm,was hatte ich nochmal gesagt zu es kann nicht mehr schlimmer werden?
Vergessen wir das einfach.Nachdem der Transporter mal wieder total pünktlich kam und es immerhin draußen überhaupt nicht dunkel war,durfte ich auch noch eine megabrave,überhaupt nicht schwierige Stute ausladen-Ironie aus,man merkt mir meine schlechte Laune hoffentlich nicht an.
Auf jeden Fall wollte die Stute aus dem Transporter raus, und nach einem halben fallen die Laderampe runter musste sie natürlich erstmal an der Hand blöd machen-der Vollblutanteil war ihr anzumerken. Im Stall war zum Glück noch das Licht an und eigentlich sollte es ja nicht so schwer sein,ein Pony in die Box mit frischem Heu und Wasser zu bekommen-war es aber. Classy hielt überhaupt nichts davon,die Nacht alleine im Stall zu verbringen,und so kamen wir auf die Idee,Möndchen und Pia als Gesellschaft im Stall zu lassen.Nachdem sie dann in der Box bugsiert war,musste ich natürlich noch Bandagen und Halfter ausziehen.Schon die Bandagen waren ein einziges Drama von wir halten nicht still,und das Halfter dann erst recht- gut,dass sie nicht größer ist,sonst würde ich vor lauter Kopfhochreißen kaum noch das Halfter ausbekommen. Anschließend ließ ich die Diva dann einfach,ich hatte einfach keine Kraft mehr für weitere Diskussionen und war so froh wie noch nie,ins Bett zu kommen 

07.08.2020-7:49
Erstes Training bei Ally
Nachdem was ich gestern noch von Classy gesehen hatte, würde es heute morgen ein "etwas" anstrengendereres Training geben. Amystia und ich hatten - noch bevor meine Schwester in ihr wohlverdientes Bett gehen konnte - beschlossen, dass wir uns mit Classy abwechseln, also jeder sie 3 mal die Woche trainiert. Ich glaube ich muss gestehen, dass ich mich ziemlich viel mehr über das Ankommen der Stute gefreut hatte, wie Amystia gestern nach den ganzen Torturen. Meine Schwester sagt mir immer,dass ich mich für alles begeistern kann und mich auch von anderen begeistern lasse und in diesem Punkt muss ich ihr wohl oder übel zu stimmen. Ich liebe Herausforderungen, weshalb ich auch Pferdetrainerin werden wollte und Classy, naja sie ist eine Herausforderung, die ich aber gerne Annehme. Nachdem ich Pia und Möndchen auf die Koppel stellte, um sie nicht länger als nötig im Stall haben zu müssen, trennte ich gerade noch einen kleineren Bereich ab, auf den ich Classy später noch stellen konnte. Apropos Classy, die Stute mag es echt nicht, wenn man ihr nicht seine volle Aufmerksamkeit schenkt, aber daran muss sie sich genauso wie Mirabel auch gewöhnen. Also weiter im Text... Als ich wieder in den Stall zurückkehrte (der die Nacht zum Glück ohne irgendwelche Schäden überstanden hatte) wartete dort schon eine ungeduldig Classy auf mich. Schnell schnappte ich mir Putzkoffer und Halfter, bereitete den Putzplatz vor und ging dann zu unserer neuen Stute um ihr das Halfter anzuziehen. Nach einigen Versuchen von Classys Seite, mir ihren Kopf wegzuziehen (welche bei ihrer "Größe" eher nicht funktionierten, sodass ihr Kopf bei mir bleiben musste) hatte ich ihr Halfter befestigt und brachte sie zu unserem Putzplatz. Während ich sie putzte blieb sie zuerst nicht stehen und ein paar Mal bekam ich auch ihren Schweif in mein Gesicht geschlagen, wenn wieder mal zu viele Fliegen in der Nähe waren. Doch mit der Zeit schien sich die hübsche Stute wirklich zu entspannen, zwar blieb sie nicht wie Pia oder Moony auf der Stelle stehen, aber sie bewegte sich nicht mehr so viel und somit würde auch das Putzen für mich angenehmer. Dann kam eine oder auch zwei Sachen, vor denen ich etwas nervös war: trensen und satteln. Der Sättel lag allerdings ohne große Probleme schnell auf dem Rücken von Classy, die Trense allerdings, naja als ich ihr das Halfter über den Hals hängen wollte, versuchte Classy ihren Kopf weg zu ziehen, um auszubüchsen, aber genau das hatte ich schon erwartet, weshalb der Versuch ziemlich nach hinten losging und am Ende auch schon die Zügel über ihrem Hals lagen. Auch mit dem Gebiss dauerte es etwas doch letztendlich landete es auch in ihrem Maul. Dann ging es zum Reiten und da ich sie als allererste von unserem Gestüt ritt, begab ich mich in die Reithalle und nicht auf den Platz. Steigbügel einstellen, Nachgurten, Aufsteigen dass alles klappte eher mäßig, da Classy wieder nicht stehen bleiben wollte. Daran müssen wir echt mal arbeiten. Also dann saß ich endlich im Sattel und wir begannen mit dem Warmreiten, dabei stellte ich fest, dass Classy erstaunlich angenehme Gänge hatte. Ihr Schritt war ein Traum, auch wenn sie oft mit ihrer Mähne und ihrem Schweif Fliegen verscheuchte, obwohl ich sie mit Fliegenspray eingesprüht hatte. Auch der Trab war gut zu sitzen, sobald man etwas das Gefühl für sie entwickelt hatte. Größtenteils ritten wir auch nur Schritt und Trab, dafür aber viele Wendungen und Handwechsel, da Classy nicht so gut auf Hilfen reagierte. Auf beiden Seiten galoppieren wir dann noch eine Runde und dann beendete ich das Training. Classy brachte ich auf ihr abgetrenntes Stück Koppel und ich hoffte inständig, dass nachher kein Stutenkrieg ausgebrochen ist oder der Zaun niedergerannt wird. 

08.08.2020-8:50
Termin bei der Sattlerin mit Amystia
Da heute Morgen die Sattlerin am Stall war, um die Sättel von Amira, Mirabel und Calido zu kontrollieren, ließ ich auch noch bei Classy den Sattel überprüfen. Natürlich wollte die weder etwas von Stillstehen  noch etwas von Satteln wissen, und so endete das Ganze in einer ziemlichen Diskussion, bis schließlich die nette Sattlerin Classy Huf hochhob und ich den Sattel draufbugsierte. Wieder erwarten passte der Sattel schlichtweg überhaupt nicht, die Kammer war viel zu weit und der Sattel drückte ziemlich auf der Schulter. Außerdem waren die Polster nur noch Schrott, der Sattel war durchgesessen und die Riemen auch spröde - das würde teuer werden. Die Sattlerin erklärte mir lieb, dass sie ca 14 Tage brauchen würde, um den Sattel neu zu polstern und anzupasssen, was heißen soll, dass wir jetzt 14 Tage keinen Sattel für Classy haben. Im Endeffekt natürlich kein Weltuntergang, sondern nur eine kleine Katastrophe. Die Sattlerin empfahl uns, dass wir allerdings mit einem neuen Sattel fast so teuer wären wie diesen Sattel reparieren zu lassen, wir sollten uns nebenbei mal nach einem neuen Sattel umsehen, wenn wir keinen finden würden, würde sie uns den Sattel aber trotzdem machen. Wir versuchten, ob Faibles oder Amiras Sattel Classy passen würden, jedoch war Amiras Sattel viel zu weit und Faibles zu groß-der lag fast auf den Nieren, was ein absolutes No-go ist. Der alte Sattel von meiner Schwester ihrem ersten Pferd passte auch nicht, der rutschte heillos immer wieder nach vorne. Also müssen wir einen neuen Sattel suchen gehen, der ca 16,5“ hat und eine Kammerweite von ca 30,sollte eigentlich ja nicht so schwer sein, oder? 

10.08.2020-15:47
Longenarbeit mit Ally
Wenn ich ganz ehrlich bin habe ich eine Sache in meiner Ausbildung gelernt, nur wenn ein Pferd sich ein Tag benimmt muss das nicht bedeuten, dass ist es auch an einem anderen Tag genauso wieder macht. Deshalb war ich mit Classy heute beim Training ziemlich vorsichtig, wir kamen gerade erst von den Schauen heim als die Reitschülerin von Amystia schon da war und Olympia putzte. Ich half meiner Schwester noch die Pferde aus dem Anhänger zu bringen und ging dann zu Classy um sie von "ihrer" Koppel auf den Putzplatz zu bringen. Nachdem sie natürlich erstmal versucht hat mir ihren Kopf wieder weg zu ziehen, was natürlich dank in ihrer Größe gescheitert ist, brachte ich sie zum Putzplatz, der aber schon wieder leer war. Anscheinend war Amystia mit ihrer Reitschülerin und Olympia auf den Reitplatz verschwunden. Ich begann damit Classy zu Putzen, aber wieder mal konnte sie nicht stillstehen und trippelte die ganze Zeit nervös auf der Stelle. Zwar entspannte sie sich sie sich ein wenig, als sie merkte, dass ich sie nur putzte, aber trotzdem bewegt sich sie sich andauernd und das macht das Putzen nicht gerade einfach. Nach einer langen Weile war ich dann endlich fertig. Da ihr Sattel gerade nicht da ist, entschied ich mich an der Longe mit ihr zu arbeiten. Gesagt, getan. Also schnappte ich mir die Longe und ging mit Classy in die Reithalle. Das Führen fand sie allerdings nicht so toll und versuchte immer wieder seitlich aus zu büchsen. Jedoch hatte ich die Situation ziemlich unter Kontrolle, aber ihre Reaktion machte mir schon einen Eindruck darauf, was mich später erwarten würde. Classy hatte definitiv einen schlechten Tag, als wir endlich in der Halle standen und ich die Longe befestigt hatte, begann ich sie zu longieren. Am Anfang wollte sie sich das nicht gefallen lassen und versuchte aus dem Kreis zu entkommen, aber das funktionierte nicht, da ich mittlerweile ziemlich viel Erfahrung mit solchen Pferden gesammelt hatte. Nachdem sich Classy endlich dazu begnadigt hatte, eine ordentliche Runde hinzulegen, begann ich an ihrem Schritt zu arbeiten, um einige Kleinigkeiten zu korrigieren, dann ließ ich sie antraben. Auch da versuchte sie zuerst aus dem Kreis heraus zu brechen, was ihr wieder nicht gelang, denn sie versuchte es eher mit Gewalt, als darüber nachzudenken was sie tat und es war ein Fehlers so anzugehen. Eigentlich hatte ich gar keine Lust mehr, nach diesem Trabtraining mit ihr zu galoppieren, aber da ich wollte dass sie sich daran gewöhnt zu arbeiten, ließ ich sie dann doch angaloppieren. Classy machte aber einen auf blöd und fiel in einen Außengalopp und als ich sie dann versuchte zu korrigieren wechselte sie schnell in einen Renngalopp und versuchte sich zur Außenseite hin "zu befreien", doch das schaffte sie nicht. Ich halte dagegen und schaffte es, dass sie wieder durch pariert. Dann überlegte ich mir, wie ich sie dazu bringen konnte ordentlich zu galoppieren und versucht es wieder. Dieses Mal wende ich ein paar Tricks an, die ich in meiner Ausbildung gelernt hatte und es funktionierte tatsächlich. Ihre Galoppsprünge wurden gleichmäßiger und sie wechselt nicht in den Außengalopp, da ich aber mein Glück zu sehr überstrapazieren wollte, beendete ich nach dieser Runde auch das Training und brachte Classy zurück auf ihre eigene Koppel. Ich lobte sie, dann ging ich zurück. Mit diesem Pony hatten wir uns echt viel Arbeit dazugekommen. 

11.08.2020-15:50
Classy reiten mit Dressurpad mit Amystia

Man müsste ja meinen, so ein gut ausgebildetes Dressurpferde, welches ein sauberes A-Niveau läuft, sollte kein Problem haben wenn man es ohne Sattel reitet. Aber nein, Classy muss doch gladweg wieder Drama machen. Dabei reite ich sie ja noch einmal ganz ohne Sattel, sondern mit dem Dressurpad meines alten, leider verstorbenen Fuchswallachs, welches ein Heidengeld gekostet hat und absolut megaweich ist und Classy mega gut passt. Aber nochmal nein, da merkt Classy ja trotzdem, dass jemand auf ihrem Rücken sitzt, und was macht Classy dann? 
Schon direkt nach dem Aufsteigen, als ich noch halb auf dem Hocker stand, meinte die Diva doch, sie müßte aus Vorstichtsmaßnahme vor aufsteigenden Leuten-ist ja mit Arbeit verbunden- anfangen Rückwärts zu laufen. Und zwar nicht nur zwei Schritte, sondern 7.Ich,die zwar die Zügel in der Hand hatte, aber darauf dummerweise nicht vorbereitet war, landete im Sand. Kein Kommentar an dieser Stelle, aber ich habe mir nicht weh getan, es waren ja nur ein ppar Zentimeter. Danach ging ich dann eine neue Taktik an: Classy einen Apfel in den Mund stopfen, in Rekordzeit aufsteigen und sofort vorwärtsreiten. Teil 1 und 2 funktionierten, nur von Vorwärtslaufen hielt Classy nichts-also wieder Rückwärts. Und als ich dann mal etwas energischer vorwärts trieb, lief sie dann auch vorwärts, nur in der falschen Gangart-und zwar im Außengalopp. Schon erwähnt, dass ich keinen Sattel hatte? Und dass sie mich danach auch noch eine halbe Runde lang versuchte runterzubuckeln? Und dass es gar nicht so leicht ist, sich mit Pad auf einem buckelden Pony zu halten, schon gar nicht, wenn das Pony die Absicht hat dich runterzuwerfen? 
Und was hab ich als hyperschlaue Amystia gemacht? Genau, das Dümmste was ich hätte machen können. Versucht, draufzubleiben. Hat es funktioniert? 
Nope, spätestens nach einer Runde lag ich im Sand, war froh, dass es keine Steigbügel gab an denen ich hätte hängen bleiben können und verfluchte kurz meine eigene dumme Idee, Classy mit Pad zu reiten. Danach konnte ich sie dann erstmal versuchen einzufangen, was mithilfe von Äpfeln auch gelang und hatte dann noch eine schlaue Idee-wieder aufzusteigen. 
Hat es dieses Mal funktioniert - nochmal nein. 
Zwar blieb ich länger im Sattel, ließ mich dann aber nach einer Runde bocken fallen, um schlimmeres zu vermeiden. Mir ist nichts passiert, aber ich hatte keine Lust mehr, Classy zu reiten, aber ihr das durchgehen zu lassen, brachte ich nicht über mich, und so stieg ich wieder auf, gab ihr aber gar keine Gelegenheit anzufangen zu bocken, sondern ritt sofort nur Volten und tatsächlich, nach mehreren vergeblichen Versuchen von Classy, anzugaloppieren oder rückwärts zu laufen, war sie dann irgendwann so frustriert, dass sie doch gladweg versuchte, nach meinem Fuß zu beißen und mit sämtlichen Seitengängen aus den Volten rauszukommen, aber Pech gehabt. Schließlich ist sie dann doch noch halbwegs anständig eine Runde Schritt gelaufen, mir tat alles weh und ich lobte sie für diese Runde Schritt so sehr, als hätte sie einen Preis gewonnen. 

12.08.2020-10:47
Bodentraining mit Ally
Nachdem sich Amystia von mir verabschiedete hatte, um Mirabel zu reiten, entschloss ich mich Classy zu trainieren. Damit mir nicht dasselbe passierte, dass gestern Amystia passiert ist, entschied ich mich erstmal eine Verbindung mit ihr aufzubauen, was bedeutet - Bodenarbeit. Als ich Classy dann von der Koppel holen ging, sah ich wie Classy die Herde beobachtete, fast so alsob sie die Leitstute der kleinen Herde sein wird, sobald sie aus ihrem abgetrennten Teil raus darf. Nachdem beinahe täglichen Kopf hochgereiße, entschloss ich mich einfach wieder ihre kleinere Größe auszunutzen, sodass sie ihren Kopf nicht entziehen konnte. Ich streifte ihr das Halfter und steckte ihr dann als Belohnung ein Leckerli zu. Dann führte ich sie zum Putzplatz, dass außer ein paar Meckereien am Anfang eigentlich ziemlich gut verlief. Beim Putzen bewegte sie sich natürlich wieder, aber sie schien langsam sich dabei zu entspannen. Da es noch nicht so heiß war, beschloss ich in die Halle zu gehen, um unnötige Ablenkungen zu vermeiden. Ich wollte mit Classy, wie mit Calido, einige Übungen von Boden aus machen und da ich die Stangen noch am Boden liegen sah, beschloss ich nach dem Aufwärmen damit anzufangen. Aber davor kam ja das berühmt berüchtigte Aufwärmen. Um die ganze "ich versuche aus dem Zirkel auszubrechen" Sache zu gehen, führte ich sie zuerst ganze Bahn und in Zirkel und Volten. Die ganze Bahn funktionierte eigentlich überraschend gut, nur versuchte Classy einige Ecken abzukürzen, dass ließ ich ihr aber nicht durchgehen. Wie gesagt ich bin ein Sturkopf. Die Zirkel waren zuerst eckig, wobei ich und meine schlechten Einschätzfähigkeiten nicht ganz unbeteiligt waren. Doch nach ein paar Zirkel und Mittelzirkel funktionierte auch das gut. Dann kamen Volten, bei denen sich Classy mehr selbst im Weg stand, als mir. Außerdem stellte sie sich nicht richtig und auch das Biegen wollte nicht so funktionieren. Ich muss das echt auf meine To-Do Liste für Classys Training setzen. Außerdem baute ich gelegentliche Handwechsel aller Art ein. So blieb es immer schön abwechslungsreich und Classy musste aufmerksam und konzentriert bleiben. Dann ließ ich sie an der Longe traben. Classy schien verstanden zu haben, dass sie sich jetzt konzentrieren muss, damit es auch für sie angenehmer ist und das war wohl der Grund, warum sie nicht aus dem Zirkel herasbrach, sondern schön "brav" bei mir und der Longe blieb. Dann ging es im Schritt über die Bodenstangen. Zuerst stieß Classy oft noch mit den Hufen dagegen, doch dann schien sie das Prinzip zu verstehen und sie hob ihre Beine an. Nachdem dies im Schritt geschafft war, ging es weiter im Trab. Auch dieses Mal stieß sie am Anfang noch mit den Hufen gegen die Stangen, doch dieses Mal reagierte sie schneller und flog fast über die Stangen. Dann kam die Doppellonge zum Einsatz. Der Galopp wa an der Reihe, da ich ja wusste, dass sie gerne ihm Galopp schummelte und auch Außengalopp und Renngalopp mit kombinierte, bereitete ich mich schon auf alles mögliche vor. Doch angesichts der Doppellonge entschied sich Classy brav anzugaloppieren und nicht einen einzigen Versuch in einen Außengalopp oä. zu wechseln zu unternehmen. Diese Longe war die beste Investition gewesen, die wir bis jetzt hatten. Dann lobte ich Classy überschwänglich und mixte ihr noch etwas kleines zum Essen, dass ich ihr auf ihrer Koppel gab. Dann legte ich mich solange, wie sie aß auf ihre Koppel und beobachtete die hübsche Stute. Dann musste ich aber wieder  zurück in den Stall, den Behälter in dem das Futter war, nahm ich mit. 

13.08.2020 - 14:15
Spazieren gehen mit Classy mit Amystia
Amystia hier, heute wieder von meiner absoluten Nicht-Lieblingsstute Classy. Unsere Herausforderung heute würde sein, einmal ohne Zwischenfälle um den Hof spazieren zu gehen, natürlich mit Trense. Beim von der Koppel holen ging es aber schon los mit dem Trubel, die liebe Classy wollte nicht mitkommen. Nach einer Stunde waren dann meine Nerven am Ende, ich ging zurück um die Führkette von Calido zu holen. Mit Führkette ging Classy dann mit, und das Kopfhochreißen konnte man damit auch wunderbar unterbieten. 
Am Putzplatz ging es dann weiter mit dem tänseln, das Putzen ging sonst aber zumindest nicht megaschlecht. Danach trenste ich Classy, dabei stieg sie an der Hand. Ich blieb ruhig, und nach etwas warten beruhigte sie sich dann. Nach dem Trensen ging der Spaziergang los, ich nahm sie an den Zügeln und führte sie eine Runde um den Hof. Sie tänselte an meiner Hand, legte Vollbremsungen hin und versuchte zu steigen oder zu blocken, aber mit Trense war das ganze unproblematischer als mit Halfter und Panikhaken. Zwar dankte ich meinen Reithandschuhen, zumindest so lange bis der Zügel aufging. Die Schnalle, die die Zügel zusammenhielt, war einfach aufgegangen, und Classy blieb aber nicht einfach stehen zum zumachen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als beide einzelne Zügel in die Hand zu nehmen, ruhig zu bleiben und einfach weiter zu gehen. Langsam überlegte ich allerdings, ob ein Teil von Classys Verhalten tatsächlich nur von ihrem Charakter kam. Zurück auf dem Gestüt stellte ich Classy nach dem Hufeauskratzen auf die abgetrennte Koppel. Danach rief ich bei einer Pferdephysiologie an und schilderte ihr Classys Verhalten. Diese bestätigte meinen Verdacht, dass einiges auch mit körperlichen Problemen von ihr zu tun haben könnte. Wir vereinbarten einen Termin für übermorgen, um Classy auf mögliche Blockaden oder andere Probleme zu untersuchen, die durch falsches reiten entstanden sein könnten. 

14.08.2020-7:47
Koppeltraining mit Ally
Da wir morgen einen Termin mit der Pferdephysioterapeutin hatten, beschloss ich heute mit Classy etwas entspannt auf der Koppel zu bleiben. Nachden letzten Vorfällen mit der Stute war es einfach die beste und auch angenehmste Lösung. Aus den Schilderungen von Amystia konnte ich heraushören, dass die Stute sich bei ihr noch etwas ängstlicher verhielt als bei mir und des halb schnappte ich mir jetzt den Putzkoffer, ein paar Äpfel und einen Strick und machte mich auf den Weg zu Classys Koppel. Zuerst saß ich für eine gute viertel Stunde nur auf der Koppel und beobachtete die Stute. Dann ging ich mit dem Putzkoffer auf sie zu und bkt ihr friedlich einen Apfel an. Den Führstrick wollte ich eigentlich nicht einsetzen, weshalb ich wartete, bis die Stute zögerlich auf mich zu kam, um mir den Apfel uns der Hand zu fressen. Ich nahm eine Bürste in die Hand und redete die ganze Zeit mit der Stute. Ich erzählte ihr von der USA und von meiner Kindheit. Langsam begann ich zu striegeln, aber immer wenn Classy nervös wurde stoppte ich kurz und wartete etwas. Nach einer circa  Stunde war ich fertig und setzte mich wieder hin, während ich die Stute beobachtete. Am Rücken reagierte sie empfindlich, genauso reagierte sie beim reiten auch sehr empfindlich und sie schien eine Angst gegenüber Menschen aufgebaut zu haben. Ich hatte ein paar Vermutungen gegenüber der morgigen Diagnose und alle davon waren nicht besonders gut. Da Classy auch beim führen mit dem Strick nicht sehr ruhig war und ich ehrlich gesagt Angst hatte alles nur noch schlimmer zu machen, begann ich etwas Freidressur mit ihr zu machen. Nach einer weiteren Stunde harter Arbeit bekam ich Classy soweit, dass sie die anderen Stuten für 3 Meter ausblendete und diese an meiner Hand ohne Zügel mitging. Zwar klappte noch keine Wendungen, aber ich war auf das Endergebnis schon stolz. Zwar hatte es lange gedauert aber naja. Ich lobte Classy überschwänglich und gab ihr den letzten Apfel. Ich über hörte an dieser Stelle Mirabels eifersüchtig es wiehern und dann sammelte ich alle Utensilien, die ich mit genommen hatte ein und machte mich nach 2 einhalb Stunden auf den Weg zurück zum Hof. 

15.08.2020- 11:00
Termin bei der Physiotherapeutin mit Amystia
Niemand will sich annähernd vorstellen wie fertig ich war, als ich heute die Diagnose der Physiotherapeutin von Classy bekommen habe. Der Tag begann ganz normal mit dem von der abgetrennten Koppel holen Stress und ging weiter mit dem führen. Bei beiden Dingen gab es Probleme, da Classy natürlich wieder an der Hand stieg, nicht mitlaufen wollte und den Kopf hochriss, nur um gleich darauf sich noch mehr zu wehren. Das Ganze war jedes Mal auf eine andere Art und Weise schlimm für mich, der Gedanke das Pony zu etwas zwingen zu müssen was es nicht tun wollte oder eventuell auch konnte. 
Kurz vor heulen ließ ich die nervöse und ängstliche Stute einfach los, machte den Führstrick ab und ließ sie laufen. Verschreckt ging sie sich in das andere Ende der Koppel verstecken. Nur wie sollte ich sie dann für den Termin fertigmachen? Trotz Äpfel und Leckerlis kam sie nicht einmal in die Nähe von mir, es schien fast als ob ihre Nervosität und mittlerweile auch Angst immer schlimmer wird als besser ohne ersichtlichen Grund, was mich völlig fertig machte und mich mit Schuldgefühlen alleine ließ. Als Notlösung rief ich die Physiotherapeutin an, dass sie zu der Koppel kommen sollte und als außergewöhnlich nette Frau tat sie das auch. Bis sie kam saß ich weinend auf der Koppel, fertig mit den Nerven und dem schlechten Gewissen, ob ich für die Verschlimmerung von Classys seelischem Zustand mitverantwortlich war. Als dann die Frau eintraf, beruhigte sie erst einmal mich einigermaßen und nahm sich dann ganz viel Zeit für Classy. Nach über zwei Stunden ließ die Stute sie an sich heran, sodass sie wieder den Strick an das Halfter machte und den Schimmel mitnahm. Nervös tippelte und tänselte Classy an der Hand, sprang zur Seite und schnaubte völlig verängstlich, bis wir endlich am Stall waren und sie anbinden konnten. Die Physiotherapeutin tastete zuerst die Stute komplett ab, stellte aber außer ein paar Verspannungen nichts so gravierendes fest, dass es ihr Verhalten und ihre momentanige Angst vor Menschen erklären könnte. Aus gegebenem Anlass erzählte ich dann etwas von Classys schlimmen Macken beim Reiten, und während ich erzählte schlug die Physiotherapeutin plötzlich vor, den Rücken der Stute zu röntgen mit einem mobilen Röntgengerät. Und in diesem Moment wurde mir klar, worauf sie hinauswollte, denn ich kannte die Krankheit auf die die Physiotherapeutin es a spielte-Kissing Spines. Diese Erkenntnis machte mich auch ohne Diagnose schon so fertig, dass ich sofort wieder anfing zu weinen und mir selbst Vorwürfe machte, es nicht selbst erkannt zu haben. Die Symptome passten einfach perfekt zu Classy, die Angst geritten zu werden, da dies hohe Schmerzen bedeutete, das Kopf hochreißen und dann mit einem Satz vor Schmerzen zur Seite springen und letztendlich durch die Schmerzen auch die Angst mit Menschen in Kontakt zu kommen. 
Und leider bestätigten die Röntgenbilder in wenn auch schlechter Qualität die Diagnose, was hieß dass die Stute in einer Klinik erneut geröngt werden musste, um das volle Ausmaß der Katastrophe feststellen zu können. Auch wenn sie nicht direkt unreitbar ist, bedeutete das auf jeden Fall viel Aufbauarbeit und Rückgewinnung des Vertrauens von Classy und mir selbst. 

16.08.2020-10:30
Osteopathenbesuch am Gestüt Silberwald
Ich rief heute morgen um circa 8:11 Uhr bei einem Osteopathen an und fragte nach einem Termin. Zuerst wollte er natürlich die Lage wissen, wie schlimm alles ist und ob er es heute erledigen kommt oder erst in den nächsten Tagen. Doch als ich ihm die Situation schilderte und auch die Diaknose „Kissing Spines“ erwähnte, erklärte er sich bereit in etwa 2 Stunden zu kommen, da er noch einen anderen Patienten zu versorgen hatte. Ich willigte ein und kümmerte mich in der Zeit um Mirabel. Als dann endlich 10:00 Uhr war, zappelt ich ungeduldig herum und war nur noch ein einziges Nervenbündel. Nach 30 Minuten kam der Osteopath schließlich hier an und wie es sich herausstellte war es ein wirklich freundlicher älterer Mann, er erzählte mir auf dem Weg zur Koppel von ähnlichen Fällen wie Classy und erklärte mir wie er vorgehen wollte. Ich hörte aufmerksam zu und als wir an der Koppel ankamen klopfte mein Herz ziemlich stark gegen die Brust. Classy war noch immer etwas verängstigt wegen Samstag, ich nehme es Amystia wirklich nicht übel, aber wie soll ich jetzt die Stute von der Koppel nehmen? Ich erklärte dem Osteopathen, der sich als Dr. Millson vorstellte, was am Samstag passiert war und dieses Mal hörte er mir aufmerksam zu. Zusammen betraten wir die Koppel bewaffnet mit einigen Leckereien und einem langen Strick, da Classy momentan ein Halfter auf der Koppel trug. Langsam näherte ich mich dem Pferd und sprach mit ihr, während ich von Dr. Millson dauerhaft Anweisungen entgegen nahm. Nach unzähligen Leckereien und einer dreiviertel Stunde Zeitaufwand hatte ich Classy am Zügel und lobte sie. Dann ging zum Putzplatz und auf dem Weg musterte der Osteopath die Stute dauerhaft und versuchte so viele Informationen wie möglich zu bekommen. Beim Putzen half Dr. Millson auch tatkräftig mit und so strahlte die Stute in Null Kommer nichts, auch wenn dem Doktor weder die sensiblen Stellen beim Putzen, noch das nervöse getänzel der Stute entgangen waren. Damit sich die Muskeln etwas lockern, wies mich der Arzt an Classy zuerst zu führen, sodass er sich sie genau in Bewegung ansehen konnte. Gelegentlich sprang die Stute auch zur Seite und machte blöd, aber ich kannte den Grund und dank meiner Ausbildung reagierte ich angemessen, sodass ich am Ende des Vorführens der Stute von Dr. Millson die Frage gestellt bekam was ich von Beruf war, ich antwortete „Pferdetrainierin“, weshalb er nicht überrascht war, dass ich diese Situationen, mit zur Seite springen und Co. ziemlich leicht handeln konnte. Danach bat mich der Doktor, dass ich Classy longieren sollte und das tat ich auch, auf beiden Seiten longieren wir, bis wir wieder zum Putzplatz zurückkehrten und Dr. Millson anfing die Stute abzutasten. Dabei übersah er kein Fleck und auch im Maul prüfte er nach. Wenn Classy noch nervöser oder angespannte wurde, als sie schon „normal“ war ließ er kurz ab und wir warteten bis sie wieder etwas ruhiger war. Das ganze dauerte etwa 2 Stunden, weshalb ich das Mittagessen verpasste, aber Amystia beschwerte sich nicht deswegen. In den 2 Stunden lockere Dr. Millson einige Blockaden und Verspannungen, er erklärte mir, dass es auch für Classy vor allem in den ersten Wochen nicht einfach sein würde, da sie erst mal wieder an den richtigen Stellen Muskeln aufbauen müsste. Außerdem verschrieb der Arzt mir ein Schmerzmittel, das Classy vorerst nehmen sollte und er sagte, dass er am Samstag wieder zur Kontrolle vorbei kommen würde, bis dahin sollten wir 8 Übungen täglich mit Classy machen, welche zur Entspannung und Entlastung bestimmter Problemzonen dienten. Er breitete mich emotional darauf vor, dass es Classy vor allem bei den ersten Malen weh tun könnte. Die erste Übung war eine Übung zur Entspannung der Halzfaszie, eine typisch Übung für Pferde mit Schmerzen im Rücken und deshalb gehörte sie auch bei Classy mit ins Programm. Bei dieser Übung sollte man die Hand vorsichtig in die Halsfalte schieben. Dies sollte auf keinen Fall mit Gewalt geschehen und man müsste vor allem geduldig sein. Auf beiden Seiten des Pferdes sollte man die Übung durchführen und es dabei auf keinen Fall übertreiben. Am Anfang reagieren viele Pferde, wie auch Classy, darauf eher abwehren, aber die Übung lockert die Ober-und auch Unterhalsmuskulatur, was sehr hilfreich beim weiteren Heilungsprozess ist. Weitere Übungen waren zum unteranderem eine Dehnungsübung für den Hals und generell die vordere Hälfte des Pferdes, eine Übung zum Wölben des Rückens, was den Widerrist entlastet, eine weitere Übung zum lockern und Entspannen des Genick und des Kiefers, außerdem eine Beckenübung, die auch die Wirbelsäule, vor allem im Lendenbereich entlastet, eine Übung zum Entspannen der Wirbelsäule, eine Übung zum dehnen der Hinterbeine, um gegen die Steifheit des Pferdes vorzugehen und zu guter Letzt noch das dehnen der Vorderbeine, was auch zu einer beweglichen Schulter beiträgt. Ich filmte, mit der Erlaubnis des Mediziner, Dr. Millson bei der Ausführung der Übungen und schickte das Video Amystia, damit sie auch die Übungen in korrekter Ausführung hatte und bedankte mich bei dem Arzt, der die Übungen trotz Classys nicht sehr sanften Einwirkens durchgeführt hatte und immer geduldig bleib. Um den richtigen Muskelaufbau zu unterstützen, um Classy von den Schmerzen entlasten zu können, sollten wir statt Training einfach etwas mit einem Dreieckszügel longierte, dies war ein bewährter Tipp des Doktor, den ich auch beherzigen werde, um 14:27 Uhr verließ der Osteopath unser Gestüt und ich entließ Classy, diesmal zu den anderen Pferden, auf die Koppel.
Bitte lass es gut ausgehen und keine Stutenkämpfe geben. Nicht wenn Classy verletzt ist. 
Das Schmerzmittel ging ich noch vor 15 Uhr in die Stadt kaufen und mischte es Classy unter eine leckere Futtermischung, die sie sofort auffutterte. Dann musste ich mich noch um die anderen Pferde kümmern, weshalb ich Classy dann auf der Koppel zurück ließ. 

19.08. 2020- 16:05
Verstärktes Training der Übungen mit Amystia
Um Classy mit ihren Kissing Spines zu unterstützen, würde ich mich bei den vorgegebenen Übungen heute verstärkt um zwei davon kümmern, dem Rückenaufwölben und Schweifziehen. Beide sollten gut Classys Wirbelsäule unterstützen,und so ging ich Classy von der Koppel holen. Das Ganze lief zu meinem Verwundern für Classyverhältnisse sehr entspannt ab. Sie war noch sehr ruhig vom Schmerzmittel, von dem wir die Dosis ständig verringerten, und kam zwar etwas unwillig, aber ohne Aufstände mit von der Koppel. An der Hand tat sich auch außer gelegentliches tänseln nicht viel, und so erreichten wir den Stall sehr entspannt und ruhig. Nach dem Putzen ging ich auf den Platz, wo Emily mit Pia auch am trainieren war, und fing zunächst mit dem Schweifziehen bei Classy an. Etwas hibbelig war die Stute dennoch, und so band ich sie an einem Eckpfeiler an und führte so die Übung mit freien Händen und gesundem Abstand aus. Ganz langsam und entspannt fing ich an und wartete die Reaktion von Classy ab, die das Ganze zwar noch nicht mochte, aber zumindest einsah dass es nicht weh tat und mich so nicht trat. Nach mehreren Versuchen ließ sie auch endlich entspannt locker, und ich könnt mit der nächsten Übung vorfahren. Um den Rücken der Stute aufzuwölben drückte sanft gegen ihr Brustbein, was Classy nur gemäßigt toll fand, da es ihr wehtat. Nach etwas Zeit und Wiederholung tat sie dann schließlich das verlangte, und ich beendete das Training. Zurück auf der Koppel stellte Classy sich erst einmal in den Schatten, um der Sonne und den Fliegen zu entkommen. 

20.08.2020-20:10
Übungen und Spazieren mit Ally
Heute hatte ich leider nur noch wenig Zeit und nachdem ich Classy nach einer guten halben Stunde von der Koppel genommen hatte, hatte ich noch weniger Zeit. Ich glaube, dass Classy so langsam anfängt eine Verbindung zu mir aufzubauen, da 30 Minuten um die Hübsche Stute von der Koppel zu holen eine echte Rekordzeit ist. An der Hand machte die Stute keinen Firlefanz und auch am Putzplatz benahm sie sich, ausgenommen von der Tatsache, dass sie immer noch nicht still stand. Nach einigen von Classys Drehungen, musste ich ein paar von Faibles Bürsten (die ich natürlich VERSEHENTLICH dort vergessen hatte) retten und sie wieder zurück in die Sattelkammer bringen. Amystia sei stolz auf mich. Nach einer weiteren guten halben Stunde, in der ich die Stute weiter geputzt hatte waren wir soweit, dass ich die Hufe machen konnte. Ein paar Minuten danach hatte ich alles erledigt und räumte - vorbildlich - den Putzkoffer der Ponystute weg. Da ich nach dem Abendessen ein Video über eine wunderhübsche Frisur gesehen hatte, die für Pferdemähnen war, schnappte ich mir kurzerhand einen Hocker, Haargummis und eine Mähnenbürste, extra für Classys dünnes, empfindliches Haar geeignet. Gefühlte Stunden und viele Fehlersuche weiter hatte ich den Hocker bestimmt 10 mal verschieben müssen und mich weiter an Classys Unruhe anpassen müssen, aber jetzt hatte ich es geschafft und ehrlich gesagt war ich echt stolz auf mich,denn so schlimm sah es echt nicht aus. Außerdem hatte sich Classy viel mehr gelockert und entspannt was immer wieder ein riesen Fortschritt ist. Nun machte ich mit der Stute noch ihre Kissing Spines Übungen und danach schaute ich erschrocken auf die Uhr: 22:36 Uhr! Ich seufzte und starrte die Uhr noch einmal prüfend an, vielleicht änderte sich ja dann die Uhrzeit, doch statt dass es 9 Uhr wurde, sprang der Zeiger auf 22:17 Uhr und ich beschloss wie immer kurzerhand mit Classy über den ruhigen Hof noch eine kleine Runde zu spazieren. Die anderen alle sowohl Pferd als auch Mensch (Grüße an Amystia) schienen schon zu schlafen und genau des halb schien es so, als ob Classy viel ruhiger wurde. Es kann natürlich auch an den Übungen liegen... Nachdem wir also vorbei an der Halle, dem Reitplatz und Longierplatz waren und außerdem auch noch um die anderen Gebäude gestreift waren, bemerkte ich wie Classy sich etwas träger bewegte, dass konnte nur eins bedeuten. Die Schmerztabletten wirken. Schnell brachte ich Classy auf die Koppel und kurz darauf schlief die Stute schon, nicht aber ohne mir noch ein zufriedenes brummeln zu schenken. 

21.08.2020-13:49
Longetraining mit dem Nachtgespenst Ally
Falls ihr euch über den Titel wundert, ja er ist wegen dem gestrigen Nachtspaziergang mit der Hübschen Stute und irgendwie naja fand ich es passend, nach dem ich noch etwas blasser als sonst aufgewacht bin und sich unter meinen Augen leichte Augenringe erkennen ließen. Jetzt aber waren diese schon fast wieder verblasst und in der Mittagssonne schien meine Haut auch nicht mehr so blass wie noch vor wenigen Stunden. Ich schnappte mir also das Halfter und den Strick von Classy und spaziert zur Koppel. Mit einer Möhre in der Hand, was unbeabsichtigter Weise die Aufmerksamkeit aller anwesenden Stuten auf mich lenkte, ging ich zu Classy, die es offensichtlich genoss im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Mirabels Wie immer eifersüchtiges geschnaube und gewiehere musste ich schweren Herzens überhören, da sie Aufmerksamkeit praktisch ein Wundermittel für Classy war, die beim ersten Versuch, direkt mit von der Koppel ging und sich dabei wirklich toll verhielt. Ich lobte die Stute zuerst einmal ordentlich was sie sehr genoss und danach fing ich an das Pony zu putzen. Nach den üblichen Wendungen und der Unruhe von Classy, führte ich die Übungen durch, die heute besser klappen als noch gestern Nacht. Lächelnd lobte ich Classy wieder nach dem ich mit dem Schweifziehen die Übung Stunde beendet hatte. Heute longierte ich die Stute nur kurz in der Halle, zuerst ging es im Schritt los, wobei sie leider noch nicht den Kopf fallen ließ, aber die Stute entspannte sich nach einigen Runden sichtlich. Weiter ging es in Trab und wir wechselten Regelmäßig die Hand. Ich achtete sehr darauf so zu longieren, wie es mir der Osteopath beigebracht hatte und zum Abschluss des Trainings spaziert ich mit Classy noch eine kleine Runde über das Hofgelände. Dann hieß es aber auch schon wieder Abschied nehmen von der Stute, da diese wieder auf die Koppel durfte. Nach einem sanften Maulstupser und einem liebeswürdigem brummeln, trabte die Ponystute schließlich von Zaun weg zur Herde. 

22.08.2020-11:00
Longieren mit Amystia
Heute mal keine Übungen mit Classy, denn von denen hatte sie genug und ich hatte auch kein Bock darauf. Ich ging auf die Koppel, um die Stute zu holen, die als sie mich sah nicht umbedingt begeistert wirkte. Classy ließ sich aber einfangen, ging tänselnd mit und biss mir auch nur einmal vor Frust in den Po,was ich mit einem zarten Kniff in den Schnufel quittete. Am Putzplatz konnte sie natürlich auch nicht stillstehen, aber das war ja fast schon normal. Mit ruhigen Worten und ein paar Küsschen beruhigte ich die nervöse Stute, putzte sie und zog ihr den Kapzaum an. Anschließend schnappte ich mir die Longe und musste sie dann aber auf dem Reitplatz longieren, da unsere Longehalle ja im Umbau war. 
Trippelnd und sehr nervös war Classy, daher benutzte ich keine Longiergerte, sondern nur meine Stimme, was ja auch bei ihr oft reichte. Interessiert beschnupperte die Stute die Hindernisse, die ich für Amira aufgebaut hatte. 
Im Schritt fing ich Classy an, auf beiden Händen zu longieren, und mehr als Schritt hatte ich auch nicht mit ihr vor. Mir war es wichtiger, dass sie den Kopf fallen ließ, aus ihrer Nervosität und Dauerspannung rauskam und dadurch ihren Rücken aufwölbte, was gut bei ihren Kissing Spines war und das Ziel ihres Trainings langfristig darstellte, dies als Dauerzustand zu behalten, neben dem Muskelaufbau. 
Ruhig war Classy noch nicht, und in diesem Training ließ sie auch noch nicht den Kopf fallen, aber von Runde zu Runde war sie etwas entspannter. Als sie dann mal ganz kurz einfach anfing abzuschnauben, beendete ich sofort das Training und lobte Classy, die mich interessiert dabei musterte. 

24.08.2020-21:38
Nachteulentreffen mit Ally
Heute Abend kamich völlig kaputt am Gestüt an und half Amystia die Pferde aus zu laden und koppelfertig zu machen und sie dann auch auf die besagte Koppel zu schleppen. Mich selbst schleppte ich nachdem ich mich mit einem Putzkasten und Strick, sowie Halfter bewaffnet hatte wieder zur Koppel. Nach wirklich, wirklich kurzer Zeit ging Classy mit mir und am Putzplatz striegelte ich die Stute und machte alle 8 Übungen mit ihr. Etwa um viertel vor 10 Uhr war ich dann fertig und entschied mich mit Classy noch im Licht der vielen Hoflaternen einen Spaziergang zu machen. Entspannt liefen wir zwischen den Gebäuden und über einige Wiesen in der Nähe. Die anderen Pferde schauten uns allesamt etwas verwundert an, doch wir gingen weiter und an einer gut beleuchtet Stellen trabten wir noch etwas, beziehungsweise joggte ich und zusammen mit Classy kehrte ich dann wieder nach über einer halben Stunde zurück zum Putzplatz. Classy hatte sich schon gut entspannt und gelockert, ich lobte die Stute gab ihr noch ein kleines Müsli und brachte sie nach dieser kurzen, aber wirklich schönen und entspannten Zeit zurück zur Koppel, wir sie sich bevor sie ging noch einmal umdrehte und mir zum Abschied zuwieherte. Lächelnd fiel ich an diesem Abend ins Bett und war so tot müde wie Lande nicht mehr, aber ich war auch sehr, sehr glücklich. 

25.08.2020 - 23:15
Abendkontrollgang mit Amystia
Zu fertig vom Turnier beschloss ich, Classy noch viel Ruhe zu gönnen. Der Stute ging es dank Schmerzmittel relativ gut, aber das war keine Dauerlösung. Sie lag auf der Koppel, schon sehr entspannt und beobachtete alles um sie herum. 
Zärtlich streichelte ich sie noch etwas, massiert ihren Rücken und steckte ihr Blümchen in die Mähne. Sie blieb zu meiner Verwunderung liegen und sah mich an. Dann legte sie den Kopf ab, drehte sich auf ihre Seite und wälzte sich, wobei meine schönen Blumen natürlich wieder rausflogen. Vorsichtig stand sie danach auf, schüttelte sich und fing zufrieden an, etwas Gras zu fressen, aber nicht ohne mich aus den Augen zu lassen.
 Ich ließ sie dann in Ruhe, ging ins Haus an den ganzen ruhenden Ponys vorbei und fiel wortwörtlich totmüde ins Bett. 

26.08.2020-20:56
Longieren mit Ally
Huhu, Ally hier! Heute nahm ich mir vor mit Classy noch etwas Longetraining zu machen, auch wenn ich wahrscheinlich kläglich scheitern werde, da ich gerade mit offenen Augen einschlafen könnte, aber da muss ich mich wohl noch etwas zusammenreißen. Nachdem ich mit Calido fertig war, schleppte ich mich in den Stall und schnappte mir eine Longe und Kappzaum, außerdem alles andere was ich noch brauchte um mit einem Dreieckszügel zu arbeiten, wie der Osteopath es empfohlen hatte und legte es 'ordentlich' an den Putzplatz. Dann schlenderte ich zur Koppel, schnappte mir die verdutzte und etwas verschlafene Classy und brachte sie zum putzen ebenfalls auf den Putzplatz. Nach etwas herumgetribbel a la Classy, was sich aber dank ihrer Müdigkeit in Grenzen hielt, putzte ich die Hübsche und zog ihr den Kappzaum auf. Dann ging es für uns zur Reithalle, in er ich begann Classy erst einmal an der Longe etwas zu lockern und warm zu machen. Nachdem ich merkte, wie sich die Stute entspannte, legte ich ihr ein paar Trabstangen in den Weg, die sie aber nach nur kleinen Anfangsschwierigkeiten schnell und sauber überwinden konnte. Schlussendlich ließ ich Classy noch etwa 10 Minuten frei in der Halle laufen, währenddessen saß ich in der Mitte auf einem Hocker und beobachtete wie die Maus fröhlich herum trabte und sich an einigen Galoppsprüngen probierte. Lachend fing ich meine liebste Diva wieder ein und brachte sie nachdem ich mit ihr die Übungen gemacht hatte wieder auf die Koppel, von der aus sie sich mit einem sanften Schnauben von mir verabschiedete. 

01.09.2020-08:10

Longetraining mit Amystia

Heute nahm ich mir mit aller Freude Classy zum Longetraining vor.Mit viel Motivation ging ich zu ihr auf die Koppel und rief sie zu mir, in der Hoffnung, dass sie kommen würde. Wie ihr euch vielleicht denken könnt, Fehlanzeige. Etwas enttäuscht trottete ich dann zu ihr, um den Führstrick an ihrem Koppelhalfter anzubringen. Nach etwas Feinarbeit und Gedult funktionierte dies auch und nach etwas weiterer Zeit ging Classy sogar mit, auch wenn ihr das offensichtlich überhaupt nicht behagte.

Die Sache am Putzplatz war mal wieder schwierig. Zum einen konnte die Stute keine Sekunde ruhig stehen bleiben, zum anderen waren heute mal wieder viele Fliegen unterwegs, was Classy halb verrückt machte. Andauernd schlug diese mit den Hufen nach den nervigen Insekten und nahm dabei nicht besonders Rücksicht auf mich und mein Wohlbefinden. Durch viel Reaktionsvermögen konnte ich mich zwar immer retten, aber entspanntes Putzen war das nicht. 

Schließlich ließ sie sich dann noch den Kapzaum anziehen und kam sogar relativ lieb mit in die Reithalle-lieb für Classyverhältnisse. Dort angekommen, fing ich an die Maus auf beiden Händen zu longieren. Es machte mir und Classy zumindest im Schritt Spaß, die Stute machte gut mit und entspannte sogar etwas, was nicht heißen soll, dass sie nicht bei jeder Fliege einen Sprung machte. Schließlich entschloss ich mich, auf beiden Händen noch eine Runde die Stute Traben zu lassen. Der Trab war mittelmäßig, aber Longenarbeit schien Classy zu gefallen, und so machte sie gut mit. Eine Sache also, die ich in Zukunft öfter mit ihr machen konnte. Am Ende der ca Fünfzehnminütigen Trainingseinheit lobte ich Classy und gab ihr ihr Schmerzmittel und Futter, danach brachte ich die Stute auf die Koppel. 

19.09.2020 - 16:05
Das erste Mal wieder satteln mit Amystia
Hinter uns lagen nun 19 Tage voll mit longieren, Bodenarbeit, schmusen und Gelassenheitstraining. Heute würde wieder gesattelt werden, aber nicht geritten. Ich würde sie nur mit Sattel longieren, damit sie sich wieder an das Gefühl gewöhnen kann, ohne viel Gewicht auf dem Rücken zu haben. Vom Schmerzmittel waren wir mittlerweile weg, und durch das viele aufbauende Training ging es Classy immer besser. Ihre Muskulatur hat sich unheimlich gebessert und gechillter ist sie auch geworden. Von der Koppel kam sie heute wieder nur sehr zögerlich mit, aber es war trotzdem ein Weltenunterschied zu vor ein paar Wochen. Am Putzplatz tänselte sie etwas rum, regte sich über die Mücken auf, aber machte weder etwas schlimmes noch etwas, wobei sie sich nicht korrigieren ließ. Nach dem Putzen folgte ein kleiner großer Augenblick. Voller Stolz legte ich extra sanft und vorsichtig Classy ihren neuen, sündhaft teuren, aber auch speziell angepassten Sattel auf. Naja, zuerst hielt die Stute nicht viel davon und sah mich vorwurfsvoll an, aber als ich ihr dann Kapzaum statt Trense anzog, legte sich das wieder. Beim Longieren war die Stute verdächtig brav. Zwar brauchte sie immer noch einen großen Radius und bockte auch gerne mal, aber nach ein paar Runden legte sich das normal und sie lief brav im Schritt, Trab und sogar Galopp an der Longe. Heute mit Sattel funktionierte es so gut, ich war so stolz auf sie. Meine Diva sah so schick und elegant aus und so wunderschön - ich gerate ja schon wieder ins schwärmen über sie, ich sollte das echt lassen, irgendwann erklärt Ally mich sonst noch für verrückt. Am Ende dürfte die Stute sich Wälzen gehen, was sie sehr offensichtlich genoss. Anschließend gab es noch etwas Mineralfutter, Hafer wollte ich ihr lieber nicht füttern. Zufrieden durfte sie danach wieder auf die Koppel, wo sie sich zumindest etwas mit Moony und Pia angefreundet hatte, mit Amira und dem Rest verträgt sie sich immer noch nicht - leider. 

25.09.2020 -  14:00
Meine Ma reitet die launischste Stute der Welt mit Amystia
Als meine Ma Classy gesehen hatte, hat sie mich nur gefragt, warum zum Teufel wir diese Stute gekauft hatten. Etwas, was ich mich natürlich auch immer wieder fragte, denn die Fortschritte waren zwar da, jedoch verschlang die Stute durch speziell angepasstes Sattelzeug, Futter, Tierarztkosten und Therapie so viel Geld wie die anderen einbrachten. Aber ich mochte diese Stute und habe keinen Tag bereut, ihr auf dem Gestüt einen Platz gegeben zu haben. Meine Mutter merkte natürlich sofort, wie sehr ich an ihr hing und erbarmt sich mit einem Seufzer die Diva zu reiten. Dafür hatte ich heimlich die letzten Tage etwas geübt, mich aber nie draufgesetzt. Ma ist die beste, verständnisvollste, einfühlsamte Reiterin die ich kenne, also machte ich mir überhaupt keine Gedanken. 
Classy ging misstrauisch tänselnd mit ihr mit, ließ sich fertigmachen und stand nervös still, während meine Mama sattelte. Ohne irgendeinen besorgten Blick stieg sie schließlich auf, als die Prinzessin nach über zwanzig Minuten endlich stillstand. Mutter saß auf und lobte die Stute und ritt im Schritt los. Und ein Wunder geschah : Sofort ließ der Schimmel den Kopf fallen, entspannte sich und trug meine Mutter ganz brav durch die Halle. Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf und meine Welt schlug zehn Purzelbäume, als die Beiden ihre Runden zogen, seelenruhig und fast schon im Halbschlaf. Jetzt fühlte ich mich blöd, die es nicht einmal geschafft hat auf dieee Stute aufzusteigen. Lächelnd lief ich neben den Zwei her und ließ mir von Ma einiges erklären, zum Beispiel, dass Ponys mit Kissing Spines durchaus noch im Dressursport laufen könnten. Auch, wie ich den Schimmel in Zukunft reiten könnte und noch einige Tricks, damit die Stute so ruhig wurde. Ich wusste natürlich, dass ich das selbst in nächster Zeit nicht würde hinbekommen, aber so bekamen meine und Allys Zukunftsziele einen ganz anderen Hoffnungsschimmer und wirkten real, fast schon greifbar. 

16.10.2020-8:03 Uhr
Horsemanship mit Ally
Heute ging es für mich und eine sehr motivierte Classy an einen Bereich der Reiter-Pferd-Bindung, den wir dank des ganzen Trubel mit Kissing Spines nicht wirklich ausarbeiten konnten. Zwar hatten wir Classy immer bewegt und longiert, doch das Thema Horsemanship war nie wirklich zur Sprache gekommen. Leider. Doch das wollte ich jetzt ändern, dank meiner Ausbildung hatte ich verschiedene Erfahrungen in diesem Bereich und ähnlichen gesammelt. Allerdings gab es eine Grundlage, auf der alles aufbaute: der Respekt zwischen Reiter und Pferd, sowie die Fähigkeit die Körpersprache eines Pferdes lesen zu können und richtig einsetzten zu können. 
Deshalb war ich extra heute morgen bei meiner Joggingrunde, bei der mich Felix begleitet hatte, in die Stadt zum nächsten Pferdegeschäft gelaufen und hatte sowohl ein sanftes, Pastellfarbenes Knotenhalfter sowie ein Robe, das eine Länge von 4 Metern hat und eine Art Puschel hat besorgt. Eine Lederklatsche war mir etwas zu hart gewesen, besonders für ein Pferd wie Classy. Mit Leckerlis und der Ausrüstung bewaffnet, machte ich mich, nachdem ich zu Hause angekommen war, auf den Weg zur Koppel wo mich eine energiegeladene, erstaunlich motivierte Classy erwartete und stürmisch Begrüßte. Damit sich die Stute an das Halfter gewöhnen konnte zog ich es ihr schon an um sie zu Putzen. Ich war froh zu sehen, wie sie sich dabei entspannte, da ich wusste, dass Classy mir den Umständengegeben eine sehr großes Maß an Vertrauen entgegenbrachte. Nachdem ich fertig war und alles weggeräumt hatte (langsam besserte ich mich wirklich *hust hust*) schnappte ich mir meine alte Bauchtasche, füllte sie mit einigen Leckereien, denn ich fand einem Pferd,dass sein Leben lang mit Futter belohnt wurde sollte man beim Horsemanship nicht einfach diese Belohnung wegnehmen. Aber an diesem Punkt gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Ich hing mir die besagte Bauchtasche um, schnappte mir das Rope und warf dem verdutzt dreinschauenden Felix einen Kuss zu, wobei ich lächeln musste, Felix bellte darauf nur freudig und lief zurück zu seinem Ball. Den normeln Strick tauschte ich durch das Rope aus, welches Classy genauso wie das Halfter direkt ins Herz schloss. Zusammen gingen wir in die Halle, da es draußen immer frischer wurde und ich stellte Classy erst einmal kurz in die Mitte, während ich den Plan für heute durchging. Ein einfaches, kurzes Training, nicht mehr. Dann führte ich die Hübsche Stute ein paar Runden durch die Halle, doch dann kehrte ich in die Mitte zurück,, um dort mit einer wichtigen Grundlage zu beginnen. Ich drückte Classy sanft in die Richtung, in die sie gehen sollte und als sie schließlich einen Schritt in die besagte Richtung machte, hörte ich sofort mit dem Druck auf, lobte sie. Außerdem steckte ich ihr ab und an ein Leckerli zu. So kamen wir am Ende der Trainingseinheit zu einem sehr guten Ergebnis und ich lobte Classy, also sie gerade eine Olympiamedallie gewonnen hatte. Zum Abschluss gab es noch eine Portion Müslimix und dann entließ ich meinen Liebling auf die Koppel, wo Classy auch schon trabte und erst einmal eine kleine Runde drehte, bevor sie sich zur Ruhe legte und etwas Gras mampfte. 

20.10.2020-6:49 Uhr
Horsemanship mit Ally
Heute nach einer vier tägigen Pause ging es endlich mit dem Training von Classy weiter. Horsemanship war immer noch das Thema, mit dem ich mich zusammen mit Classy befasste, denn die Stute sollte wieder leichter und einfacher Vertrauen fassen können. Leider hatte sich nämlich das Thema "Vertrauen" nach der Diagnose von Kissing Spines fast komplett verabschiedet, was man Classy ja auch nicht übel nehmen kann, die Schmerzen waren immerhin nicht gerade wenig. Nicht desto trotz müssen wir die Stute jetzt wieder etwas an Menschen gewöhnen und dieser Aufgabe gehe ich heute wieder nach. Nachdem ich mit Halfter und Strick bewaffnet die Stutenkoppel betrat, starrten mich alle Pferde an und kamen auf mich zu gelaufen um zu sehen, wer denn haute die glückliche war und zum Training durfte. Auch Classy hatte sich den neugierigen Pferden angeschlossen und kam zögerlich auf mich zu getrabt. Zu erst begrüßte ich alle, die hergekommen waren und legte dann Classy, die etwas verdutzt reinschaute, das Halfter um. Schnell, damit keine andere Stute sich noch rausschmuggeln könnte, schloss ich das Tor der Koppel hinter uns und wir gingen zum Putzplatz, wo ich schon alles fürs Horsemanship und zum Putzen hin geräumt hatte. Amy kam heute erst später raus, weshalb sie mein Chaos wahrscheinlich und vor allem hoffentlich nicht mitbekommen würde. Nachdem Putzen und etwas Gymnastik am Putzplatz zog ich der Stute ihr Knotenhalfter an und befestigte das Rope daran, dann schlenderten wir auf den Reitplatz, den wir dank den relativ warmen Spätherbst-Temperaturen noch benutzen konnten. Das einzig dumme war nur, dass der Sand noch etwas feucht vom Tau war, doch das machte nichts - dachte ich zu mindestens. Nachdem ich mit Classy zu erst einmal einige Runden über den Platz gegangen bin, ließ ich das Robe länger und führte sie lockerer, wobei ich darauf achtete, dass Classy richtig auf meine Körpersprache reagierte. Nach einigen Minuten merkte ich, dass ich meine Leckerli-Bauchtasche vergessen hatte. Verdammt!! Schnell band ich Classy an und rannte hoch, zog die Bauchtasche unter drei Satteldecke hervor, die ich gestern noch waschen sollte und lief wieder hinunter. Völlig aus der Puste steckte ich Classy ein Leckerli zu, die es genüsslich auf aß. Danach übte ich wieder auf Druck weichen mit der Stute, was wir heute aber nicht nur seitwärts, sondern auch rückwärts und vorwärts machten. Das alles funktionierte heute wirklich relativ gut und Classy war motiviert dabei,was mich persönlich wirklich, wirklich freute, da die Stute sonst immer so träge schaute. Nach dem Training schlenderten wir noch etwas über den Reitplatz und dann ging es ab zum Putzplatz, wo ich erstmal die Beine und Hufe von Classy säuberte, da der feuchte Sand an ihr klebte wie Kletten. Eine gefühlte Ewigkeit später brachte ich Classy, nachdem sie ihr Müsli gegessen hatte, wieder auf die Koppel, wo sie sich herzlich von mir Verabschiedete. 

26.10.2020-7:03 Uhr
Spazieren mit einer Classy...by Ally
Heute wollte ich etwas anderes als Horsemanship mit Classy machen und da ich praktischerweise komplett verschlafen hatte und noch nicht joggen war, entschied ich mich dazu mit Classy und Felix spazieren zu gehen. Die Stute hatte in dem kleinen Hund einen treuen Freund gefunden und es war einfach nur zu süß, wenn sie mit einander spielten. Nachdem ich also Classy geputzt und ihr das richtige Halfter, ein Kappzaum, angezogen hatte, musste ich den kleinen Frechdachs Felix suchen gehen, der sich mal wieder irgendwo auf dem Gestüt aufhielt und die Welt entdeckte. Ziemlich lange stapfte ich durch Wiesen, bis ich unseren Liebling fand und ihn an die Leine machte. Obwohl sich der kleine Hund schon viel gebessert hatte, war er immer noch nicht sehr gut darin sich zu Benehmen, hoffentlich tat er es wenigstens beim spazieren... Am Putzplatz angekommen schnappte ich mir einen Strick für in jede Hand und es konnte losgehen. Zusammen verließen wir den Hof über die große Einfahrt, gingen am Hofladen vorbei, wo es wie immer herrlich roch und schlenderten über die Schotterwege, die teilweise die Koppeln verbanden. Unsere Runde verlief vorbei an Straßen, über Wege und durch einen kleinen Wald neben unserem Gestüt, bis zur Stallung. Auf dem Weg sammelte ich Kastanien und auch Classy und Felix schienen Gefallen an ihnen gefunden zu haben. Immer wieder rollten Kastanien vor meinen Füßen, die entweder Felix oder Classy dorthin geschossen hätte und ich versuchte ihnen auszuweichen, was auch meistens funktionierte. Meistens. Zwischendurch fiel ich mehrmals fast auf den Po, da ich auf Laub ausrutschte oder wir, Indem Fall Classy und ich, müssten warten bis Felix sein Geschäft erledigt hatte und ich es aufgesammelt hatte. Nach einer wunderbaren Zeit kamen wir wieder am Hof an, wo ich Classy wieder putzte, ihr Futter gab und sie dann auf die Koppel entließ. Felix jedoch nahm ich mit ins Haus, wo ich ihn badete. 

01.11.2020-7:30 Uhr
Der November ruft! Mit Ally 
Heute wollte ich nur etwas mit Classy longieren. Horsemanship kommt dann wahrscheinlich beim nächsten Training wieder an die Reihe. Nach dem Putzen zog ich also der Stute einen Kappzaum auf und schnappte mir eine Longe. Für uns ging es heute in die Halle, denn der November ruft und es wird immer kälter. Nachdem wir das Warmmachen hinter uns hatten, longierte ich die Stute in allen drei Gangarten, auf beiden Seiten und führte sie auf zur Abwechslung immer wieder etwas. Nach einiger Zeit war dann das eigentliche Training beendet und mir fiel ein, dass ich, der größte Dummkopf, vergessen hatte Futter für die Pferde zu kaufen. Schnell stellte ich Classy in unsere Neue Führanlage, schnappte mir die Autoschlüssel und fuhr in die Stadt. Bitte waren auf dem Weg keine Blitzer! Am Pferdeladen meines Vertrauens fand ich noch genügend Futter, damit wir bestellen konnten und die Zeit, bis das Futter ankam, zu überleben. Zum Glück... Nachdem ich dann aber noch einige Halfter und Stricke und auch Satteldecken gekauft hatte, fuhr ich wieder auf den Hof. Dort angekommen lud ich alles aus undräumze es weg. Endlich konnte ich zu Classy gehen, die immer noch in der Führanlage war. Ich nahm sie raus, machte ihr Futter und legte ihr eine Decke über. Eine Viertelstunde später stand die Stute wieder auf der Koppel und graste friedlich neben den Anderen Pferden. 

05.11.2020- 16:40
Horsemanship in voller Ausstattung mit Ally
Heute nahm ich mir wieder unsere liebste Diva vor. Classy wartete schon am Zaun auf mich, von wo aus ich sie direkt mit zum Putzplatz nehmen konnte. Ohne große Schwierigkeiten ließ sich Classy putzen und selbst am Rücken hatte die Hübsche schon die Richtige Muskulatur aufgebaut, sodass sie nicht mehr tänzelte oder zusammen zuckte, wenn man sich der Stelle näherte. Stolz kraulte ich Classy und brachte dann alles zurück in die Sattelkammer. Zurück kam ich zu Classys Erstaunen mit ihrem teuren Sattel und ihrer Trense. Am liebsten hätte ich wirklich mein Handy rausgenommen, nur um für Amystia den Anblick der Stute festzuhalten. Ich legte Sattel und Trense ab  und schnappte mir zuerst die Satteldecke. Langsam legte ich sie auf den Rücken der Stute und wartete auf ihre Reaktion, doch zu meinem Erstaunen blieb Classy ruhig und schnaubte nur. Anscheinend hatte sie, genauso wie ich die Luft angehalten. Nun folgte ihr Sattel und Hilfe, meine Hände zitterten während ich den Sattel langsam und vorsichtig auf den Rücken der Stute gleiten ließ. Wieder wartete ich auf eine Reaktion, doch Classy bewegte nur zögerlich ihre Beine, so alsob sie schauen wollte, ob irgendwo noch etwas drückte. Dann als sie keine unangenehme Stelle fand wandte sie sich wieder dem Schmetterling zu, der über die Wege des Gestüts schwebte. Vorsichtig schloss ich die Schnallen des Sattels und Trenste Classy dann auf. Alles ließ sie sich gefallen und so ging ich am Ende mit einer komplett fertig gemachten Classy in die Halle, wo ich mit ihr noch einmal alle Grundlagen des Horsemanship durchging. Vor allem das 'Auf Druck weichen', was aber immer besser wurde. Auch auf Stimmkommandos hörte die Stute wesentlich besser als in ihrem gesamten Aufenthalt auf dem Gestüt. Stolz lobte ich die Stute und brachte sie nach dem Training an den Putzplatz, wo ich sie absattelte und abtrenste und ließ sie dann auf die Koppel, wo sie sich streckte und in der Sonne ausbreitete. So genoss man richtig die letzten warmen Sonnenstrahlen.